Forschungsprojekt Häftlingsärztinnen

Forschungsprojekt „Die medizinische Versorgung im Konzentrationslager Ravensbrück durch das Häftlingspersonal“:

Wanderausstellung

Die Ausstellung  „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“ – Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück  wurde am 16. April in Ravensbrück eröffnet. Momentan ist sie im Rathaus Wuppertal zu sehen Zur Einladung...
Ab dem 13. April 2017 wird die Ausstellung in der Steinwache Dortmund gezeigt. Zur Einladung …

Im Jahr 2017 macht unsere Ausstellung Station in Halle, Lüchow, Wuppertal, Dortmund, Potsdam, Hadamer und Fürth. Eine Ausleihe ist erst ab 2018 wieder möglich. Die Ausstellung ist für diesen Zeitraum bereits für die Stationen Salzwedel, Wien und Ludwigsburg in Vorbereitung.  Bei Interesse an einer Ausleihe erfragen Sie bitte konkret, für welche Zeiträume die Wanderausstellung zur Verfügung steht.

Downloads und Info zur Wanderausstellung


Impressionen von der Eröffnung in Ravensbrück

Wanderausstellung
Wanderausstellung
Eröffnung
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Publikum
Publikum
Führung mit Dr. Christel Wickert
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Ausstellungsraum
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Elke Ferner, MdB
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Karin Bergdoll, 2. Vorsitzende AKF
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Dr. Ramona Saavedra-Santis
Christel Wickert

Bildnachweis Ausstellungseröffnung: © Michael Hansen (Hamburg), mit freundlicher Genehmigung


Leitung des Projekts

Projektleitung: Karin Bergdoll, 2. Vorsitzende des AKF
Wissenschaftliche Bearbeitung: Dr. Christl Wickert und Dr. Ramona Saavedra-Santis

Das Projekt „Die medizinische Versorgung im Konzentrationslager Ravensbrück durch das Häftlingspersonal“ des AKF wird in einer Fallstudie zum KZ Ravensbrück die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Frauenlager zwischen 1939 und 1945 untersuchen. Im Lager waren etwa 103.000 Frauen und Kinder aus über 30 Ländern inhaftiert. Von ihnen kamen mehr als 23.000 um.

Gratwanderungen

Im anliegenden Männerlager befanden sich zwischen 1941 und 1945 20.000 Männer aus 11 Ländern, von denen 1.750 die Lagerzeit nicht überlebten. In die Untersuchung werden auch die Zustände im Revier des Männerlagers einbezogen. Die SS hatte Häftlinge aus unterschiedlichen Ländern Ost- und Westeuropas als Ärztinnen und Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger eingesetzt. Ihre Position als Funktionshäftlinge verlangte eine dauernde Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteressen und den Bedürfnissen der Kranken. Verletzte und kranke Häftlinge beurteilten ihre Arbeit, wie die Berichte von Überlebenden dokumentieren, sehr unterschiedlich. Neben der Anerkennung ihres Einsatzes für die Mithäftlinge wurden sie u.a.
auch für die Nichtbehandlung von Kranken, Selektionen und Tötungen mitverantwortlich gemacht.

Überlebensstrategien

Im Projekt wird das KZ-Revier in Anlehnung an Anthony Giddens und Pierre Bourdieu als komplexer sozialer Handlungs-, Erfahrungs- und Imaginationsraum gefasst. Daher stehen nicht nur die konkreten Handlungspraktiken des medizinischen Personals, sondern auch die Überlebensstrategien der kranken Häftlingsfrauen und -männer und ihre Wahrnehmung der Reviertätigkeit, die u. a. in Berichten, Briefen, Gedichten und Zeichnungen Niederschlag gefunden haben, im Fokus der Untersuchung.

Öffentlich zugänglich machen

Die Ergebnisse des Projektes werden in einer Publikation mit SS-Quellen, Häftlingsberichten und Zeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie in einer Wanderausstellung präsentiert. Die Schwerpunkte liegen dabei bei der medizinischen Versorgung durch das Häftlingspersonal, den Überlebensstrategien und der Selbstbehauptung der inhaftierten Ärzte und Ärztinnen und Pflegerinnen sowie ihrer Konfrontation mit medizinethischen Problemen.

Ausgewählte Biografien des Häftlingspersonals und der kranken Häftlinge kontextualisieren und konkretisieren die Geschichte der medizinischen Betreuung im KZ Ravensbrück.

Personendatenbank

Eine Personendatenbank zum Häftlingseinsatz im Revier kann für weitere Forschungsvorhaben genutzt werden. Bearbeiterinnen sind die Berliner Historikerinnen Dr. Ramona Saavedra Santis und Dr. Christl Wickert.

Durchführung und Förderung

Das Projekt wird in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück durchgeführt. Es wird gefördert durch:

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Bundesgesundheitsministerium
  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Land Brandenburg
  • und die Kulturstiftung des Bundes.

Downloads

Projektbroschüre zum Forschungsprojekt Die medizinische Versorgung im Konzentrationslager Ravensbrück durch das Häftlingspersonal (pdf)

Download der Projektbeschreibung bei ZWD (pdf)

Bildnachweis MGR/StBG V3080_6 L3 und ZWD-Materialien: Mit freundlicher Genehmigung

Geschäftsstelle

Logo Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)

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