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Stellungnahmen

Stellungnahme der Gynäkologinnen im AKF zum Positionspapier des AKF „Es ist höchste Zeit, den Umgang mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu überdenken“

(30.07.2011)

MUTTERSCHAFTSVORSORGE

  1. Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge ist nach Feststellung der Schwangerschaft die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Schwangeren (Anamnese, bestehende Erkrankungen, Medikamenten- Einnahme, psychosozialer Befund) incl. der Betreuung im 1. Trimenon eine ärztliche Aufgabe.
  2. Bestehen  gesundheitliche Risiken, sollte die Schwangere von Ärztin und Hebamme betreut werden.
  3. Bestehen keinerlei Risiken, kann die Schwangere von Ärztin und/oder Hebamme betreut werden, d.h. also die Schwangeren- und Wochenbett- Betreuung erfolgt individualisiert und risikoadaptiert durch Ärztinnen und/oder Hebammen.
  4. Wir empfehlen, die Richtlinien der Mutterschaftsvorsorge so zu belassen - eine Ausweitung ohne Indikation (z.B. Ultraschall) ist abzulehnen.

 

Unsere Forderungen

  1. Verpflichtende Kooperation und Kommunikation der die Schwangere begleitenden  Berufsgruppen/Institutionen mit- und untereinander
  2. Unterstützung der jungen  Mutter (Familie) im Wochenbett und in der Zeit danach durch Familienhebammen und „Kram“-Frauen (Haushalthilfe wie in den Niederlanden)
  3. Gewährleistung der Akutversorgung von Schwangeren/Wöchnerinnen mit psychischen Problemen (ambul./stat. Aufnahmekapazitäten mit Kind). Dieser Auftrag ist von den Kassenärztl. Vereinigungen sicherzustellen
  4. Wissenschaftl./epidemiol. Datenerhebung zu Risikoschwangerschaften und Geburtsmodi  auch in Abhängigkeit von ökonomischen Gesichtspunkten (Abrechnungsverhalten in Praxis – EBM, DRG´s in Klinik, etc.)

Bremen 30.7.2011

Dr. med Gabriele Göttsching-Krusche

(Sprecherin der Gynäkologinnen im AKF)