Regionalgruppe Bremen

Im Herbst 2000 wurde von der AKF Regionalgruppe Bremen ein Thesenpapier erarbeitet, in dem wir unsere Anforderungen an eine frauengerechte und der Symptomatik angemessene stationäre Versorgung von Frauen mit PTSB (PostTraumatischesBelastungsSyndrom) vorstellen. Unterstützt wurden wir hierbei von Dipl. Psych. Rahel Schüepp (AKF-Mitglied, Mitarbeiterin im Johanniskrankenhaus Bielefeld/Traumastation Dr. med. Reddemann). Unser Konzeptentwurf wurden VertreterInnen verschiedener Bremer Kliniken vorgestellt und stieß auch bei Politikerinnen auf großes Interesse. Weitere Gespräche zur Konzeption sind geplant. Unser Ziel ist, in absehbarer Zeit ein qualifiziertes, stationäres Angebot für traumatisierte Frauen/ggf. Frauen und Männer in Bremen anzuschieben.Wer hat Lust mitzumachen?Zudem wurden zu Beginn des Jahres 2004 Mitglieder der Regionalgruppe Bremen von der Uni Bremen und dem BIPS (Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin) im Rahmen eines Forschungsvorhabens als Kooperationspartnerinnen im Bereich Hormonsubstitution von Frauen in den Wechseljahren angefragt. Dieses Projekt ist interdisziplinär und multiprofessionell angelegt und zielt darauf ab, Strukturen zu implementieren, die sowohl professionell Beratenden als auch medizinisch interessierten Frauen einen bestmöglich Zugang zu Informationen zu Vor- und Nachteilen der Hormonsubstitution, zu Selbsthilfemöglichkeiten und alternativen Behandlungsansätzen bereitstellt. Qualitätszirkel, Beratungs- und Informationsmaterialien, ein Archiv und Dokumentationszentrum werden aufgebaut. Aufgrund seiner multiprofessionellen Zusammensetzung ist die AKF Regionalgruppe ein idealer Ort, dieses Thema aufzugreifen und in diesem Projekt mitzuarbeiten. Sowohl die Einrichtung einer frauengerechten Traumastation als auch die Hormonsubstitution werden unsere nächsten Regionaltreffen mit Sicherheit beschäftigen.Elke Anna Eberhard FGZ Bremen 

Sprecherin

Die Regionalgruppe Bremen ruht momentan

Offener Brief

AKF e.V, c/o Hannelore Voss, Bulthauptstr. 3, 28209 Bremen

An die Direktion
Klink Dr. Heines
Rockwinkeler Landstr. 110
28325 Bremen

An den Vorstand der
AMEOS Holding AG
CH-8030 Zürich

An Frau
Karin Röpke
Senatorin für Arbeit, Frauen,
Gesundheit, Jugend, Soziales
Contrescarpe 72
28195 Bremen
                                                                             Bremen, den 10.02.2005


Offener Brief

Die Regionalgruppe Bremen des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. ist ein Zusammenschluss von Fachfrauen aus dem medizinischen, psychosozialen und gesundheitspolitischen Bereich. Einer unserer Arbeitsschwerpunkte ist die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen mit Gewalterfahrungen. Wissenschaftliche Studien und Praxiserfahrungen belegen, dass viele durch Gewalt traumatisierte Menschen lange und teure Irrwege durch das psychosoziale und medizinische Hilfesystem erleiden, ehe die Ursache ihrer Krankheitssymptome erkannt wird und eine angemessene Behandlung erfolgt.

Deshalb haben wir uns seit 1998 intensiv für die Etablierung eines stationären Trauma-therapieangebotes in Bremen eingesetzt und in der AMEOS KLINIK DR. HEINES einen engagierten Partner gefunden.
Zu unserer großen Freude konnte Anfang 2004 die Station zur Behandlung von Menschen mit einer Traumafolgestörung eröffnen und im Landeskrankenhaus-Plan verankert werden.
Die Station arbeitet mit einem traumatherapeutischen Konzept und hoch motivierten MitarbeiterInnen und - Dank finanzieller Unterstützung des Bremer Senates - in umgebauten Räumen mit angenehmer Atmosphäre.
Viele gewaltbetroffene Frauen und Männer haben hier seitdem kompetente Hilfe gefunden. Auch für Beratungsstellen, ambulante PsychotherapeutInnen und Angehörige ist diese Möglichkeit der Weitervermittlung und Zusammenarbeit eine große Unterstützung.

Seit dem 31. Januar befinden sich MitarbeiterInnen der AMEOS KLINIK DR. HEINES im unbefristeten Streik. Der Haustarifvertrag wurde vor über einem Jahr von der Klinikleitung gekündigt, neu eingestellte Beschäftigte erhalten seitdem deutlich schlechter gestellte Einzelverträge. Die Streikenden und die Gewerkschaft Ver.di fordern einen Tarifvertrag in Anlehnung an den Öffentlichen Dienst und verweisen auf die seit Jahren gute Auslastung und Geschäftslage der Klinik (taz nord, 5./6.2.2005).

Wir sehen in der gegenwärtigen Entwicklung eine Gefahr für die Qualität des stationären Therapieangebotes. Eine Atmosphäre der Unsicherheit und einseitigen Orientierung an Einsparmöglichkeiten für den international agierenden Klinikbetreibers AMEOS Holding AG (Sitz Zürich, weitere Informationen unter www.ameos.de) ist weder den PatientInnen noch den MitarbeiterInnen zumutbar. Darüber hinaus geht es auch um eine Signalwirkung für die vielen anderswo anstehenden Tarifverhandlungen.

Gute medizinische und psychotherapeutische Behandlung braucht motivierte MitarbeiterInnen und entsprechende Rahmenbedingungen. Wir solidarisieren uns deshalb mit den Streikenden und fordern eine Lösung, die auch weiterhin die Qualität der Behandlung von traumatisierten (und allen anderen) PatientInnen in Bremen gewährleistet!



Claudia Igney und Hannelore Voss, Dipl. Psychologin
für die Regionalgruppe Bremen des AKF, 
Arbeitskreis Frauengesundheit
in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.



Zur Kenntnis an:
Ver.di Bremen-Bremerhaven