Runder Tisch: Lebensphase Eltern werden

Im Anschluss an die Jahrestagung 2006, die unter dem Thema SEX 2006 stand, hat sich die Projektgruppe "Runder Tisch: Lebensphase Eltern werden" gegründet.

Dort wurde die zunehmende Medikalisierung und Pathologisierung von Schwangerschaft und Geburt kritisch diskutiert. Der Runde Tisch gründete sich in Folge der Tagung, um eine gesellschaftliche Debatte zu dieser Thematik in Gang zu setzten und neue Konzepte zu erarbeiten. mehr

Der Runde Tisch hat in den Jahren seit 2007 kontinuierlich gearbeitet und zahlreiche Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge verfasst, z. B. zu den Themen: Stillen, die Rolle von Vätern bei der Geburt, zum „Gender“test in der Schwangerenvorsorge usw. Im Jahr 2007 entwickelt der AKF Essentials für ein Gesundheitsziel „Salutogenese in der Schwangerenbegleitung, Geburtshilfe und der ersten Zeit nach der Geburt.“ Im Jahr 2009 fand der erste Fachtag zum Thema. „Gesundheitsziel: Salutogenese in Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach statt“. Ende 2009 erschien ein AKF-Sonder-Info mit dem Titel „Humanisierung von Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach“. Infolge der Aktivitäten des AKF haben sich in vielen einschlägigen gesellschaftlichen Gruppen Diskussionen zu dieser Thematik entwickelt.

Das im September 2010 veröffentlichte Positionspapier des AKF „Es wird höchste Zeit, den Umgang mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu überdenken“ ist auf große öffentliche Zustimmung gestoßen. 1200 Unterschriften von Organisationen und Fachkräften aus dem geburtshilflichen Bereich und (werdende) Eltern haben sich bisher den Aussagen des Papiers angeschlossen.

Deshalb plant der Runde Tisch des AKF für September 2011 einen ExpertInnen-Fachtag, an dem das Positionspapier und die bisher dazu eingegangenen Stellungnahmen diskutiert, weiterentwickelt und konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeitet werden sollen. Beraten wird außerdem, wie die Debatte über die im Positionspapier geforderte Entmedikalisierung und Entpathologisierung von Schwangerschaft und Geburt noch verstärkt in die Fachgremien, politischen Entscheidungsgremien und die Öffentlichkeit getragen werden kann. Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Unterstützung von bereits bestehenden innovativen Projekten (Best Practice Projekte) und die Initiierung neuer Projekte. Ein weiteres Ziel der Debatte ist es, Netzwerke zu schaffen, die kontinuierlich an diesen Themen weiterarbeiten.

Der Fachtag dient zudem der Vorbereitung eines Symposiums mit Gesundheitspolitikerinnen und –politikern und geburtshilflichen Fachkräften, das für 2012 geplant ist. Im Mittelpunkt dieses Symposiums stehen Stellungnahmen und Reaktionen der Gesundheitspolitik auf die im Positionspapier aufgezeigten Probleme bei der Betreuung von Schwangeren, Müttern und Familien und um politische und finanzielle Unterstützung innovativer Konzepte und Projekte.

Aktualisierung "Väter im Kreißsaal", erschienen im Hebammenforum, 02/2011

Einladung zum Fachtag mit Programm

Programm des Fachtags
Begrüßung: Dr. med. Maria Beckermann, 1. Vorsitzende des AKF
Moderation des Fachtags: Ulrike Hauffe, Frauenbeauftragte Bremen

Referate und Diskussionen:

  • Schwangerschaftsvorsorge im internationalen Vergleich – Entwicklungen in Deutschland Prof. Dr. med. Beate Schücking, Universität Leipzig
  • Der Mutterpass: Evidenzlage und Änderungsbedarf PD Dr. Mechthild M. Groß/Sarah Schling, Medizinische Hochschule Hannover
  • Schwangerschaft darf kein Berufsverbot sein Barbara Reuhl, Arbeitnehmerkammer Bremen
  • Männer werden Väter Rainer Neutzling, Soziologe, Köln
  • Zur Problematik der Frühgeburtlichkeit Dr. med. Friederike Perl, Stuttgart
  • Bonding – Bindung im Wochenbett Christine Lang, Hebamme, München
  • Projekte beispielhafter Praxis:
    - Hebammenpraxis Bühlau, Ines Junge, Dresden
    - Der Kaiserschnitt darf nicht zum Alltag werden Dr.med. Katrin Mikolitch,      Düsseldorf,
    - Kaiserschnittnetzwerk - Entwurf einer politischen Kampagne zur Aufklärung undSenkung der Kaiserschnittrate, Karin Bergdoll, AKF

 

 

AKF-INFO Ausgabe 1/2009